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 KIRCHENCHOR
RAIN
 

29./30. August 2009: Chorausflug nach .....

Ausflug des Kirchenchores Rain
nach Fiesch, Ernen und Binn
vom 29./30. August 2009

Reisebericht von Margrith Schmid-Wey

Samstag 29.8.2009: Es ist morgens 08.00h. Von allen Seiten strmen die Chrler, viele in Begleitung ihrer Partner, zum Kirchenparkplatz, wo der fein herausgeputzte Reisecar der Firma Zemp Reisen, Rain in Stellung steht. Nach der lockeren Begrssungszeremonie ist im Hui die ganze Schar, samt Gepck, im Bus verschwunden. Es kann schon losgehen. Das Wetter ist so, wie es Klaus, unser Prsident, schon vor Tagen uns angekndigt hat, nmlich: Alpennordseite bedeckt, ev. sogar einwenig Regen (was den Kulturen auch nicht schaden wrde) und ennet den Alpen schn, blauer Himmel, Sonne pur, Temperatur angenehm heiss - wir werden's ja sehen! Otto Zemp, der Seniorchef des Carunternehmens begrsst uns freundlich und wnscht uns eine angenehme Fahrt. Auch Klaus ergreift das Mikrophon und wnscht uns allen zwei unvergessliche Tage in Freundschaft, Kameradschaft, Sing- und Wanderfreuden. Zgig gehts nun in Richtung Brnig. Vor dem Restaurant auf der Passhhe, wo uns schon Kaffeeduft in die Nase steigt, wartet unser Organist Fritz Felix. Er wird herzlich begrsst in unserem Kreis. Der Kaffee hat geschmeckt, die Pause ist vorbei und auf Kommando sitzen schon alle wieder an ihren angestammten Pltzen im Bus. Bald erreichen wir die Talsohle in Meiringen und schon gehts Kurve um Kurve "obsi" der Grimselpasshhe entgegen. Klaus ist doch nicht ganz "Petrus", denn von Nebel hat er nichts vorausgesagt. Tatschlich stecken wir schon bald in effektiv dickem Nebel. Otto Zemp ist froh um die weissen Orientierungslinien auf der Strasse. Selbst auf der Passhhe erkennen wir nicht mal den Grimselsee. Aber welche Freude kommt auf nur ein paar Meter ennet der Passhhe. Wir erblicken Gletsch, den immer kleiner werdende Rhonegletscher mit dem immer weiter entfernten Hotel Bellevedre, die Furkapassstrasse und das alles in der schnsten Morgensonne. Unser Fazit: Klaus kennt doch die Gedankengnge von "Petrus". In Gletsch wird uns ein kleines Highlight beschert. Die wieder instand gestellte Furka-Oberalp-Dampfbahn steht just zur Abfahrt Richtung Oberalp bereit. Der "gsprige" Chauffeur merkt sofort was los ist bei seinen Schfchen und legt blitzschnell einen Zwischenhalt ein. Fast alle strmen aus dem Bus, Fotokameras werden gezckt und so entstehen die ersten Bilder unseres Ausfluges. Der Zug fhrt dann rauchend und schnaubend ab, whrend wir uns wieder, zufrieden mit dem kurzen Zwischenakt, im modernen Bus versammeln. Gemchlich fahren wir die kurvenreiche Passstrasse hinunter ins Goms. Unsere Augen haben viel zu tun, denn das Goms, in den herbstlichen Tnen und dem stahlblauen Himmel bietet wunderschne, unvergessliche Bilder. Die Zeiger der Uhr rcken auf Mittag zu und wir der Ortschaft Fiesch mit den Hotels "Des Alpes" und "Schmitten". In diesen beiden Husern drfen wir fr die nchste Nacht unser Biwak aufschlagen. Klaus nimmt uns an die lange Leine und gewhrt freie Mittagspause. Die Schar verzweigt sich in verschiedene Richtungen. Grppchenweise suchen sie ein Restaurant, wo sie sich kulinarisch verwhnen drfen. Anschliessend ist Zimmerbezug und kurze Siesta. Jetzt gehts bergauf, Ernen entgegen, zu unserem eigentlichen Ziel unseres Ausfluges. Noch eine kleine Zwischenbemerkung: Das Hotel "Des Alpes" ist das Elternhaus des Nati-Skifahrers Daniel Albrecht, der im letzten Winter so arg gestrzt aber gottlob wieder auf dem besten Weg zur vollen Genesung ist. Sein Bruder hat uns an der Rezeption bedient.) ber eine kurvenreiche und recht schmale Strasse bringt uns Otto Zemp ins Dorf Ernen. Auch auf dieser Strecke kommen unsere Augen und Sinne nicht zu Ruhe. Das Dorf selber besticht mit seiner Blumenpracht, die aus jedem Garten und von den schwarz-braunen, heimeligen Holzhusern prangen - wahrlich eine Augenweide. Kurz nach unserer Ankunft vor dem Hotel Alpenblick empfngt uns Diego Schiner mit seiner Frau Barbara. Zu unserer berraschung erkennt Diego noch recht viele von uns per Namen. Diego und Klaus haben in Zusammenarbeit unsern Ausflug geplant und eingefdelt. Bald trifft auch der "Fremdenfhrer" ein und nimmt uns unter seine Fittiche. Im heimeligen Walliserdialekt berichtet er ber die Geschichte des Dorfes, ber Land und Leute, alte Gepflogenheiten, Urtmliches, Rhmenswertes und weniger Rhmenswertes. Ernen weist ca. 540 Einwohner auf und liegt auf 1200m .M. Im Jahre 1979 wurde Ernen mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet als Anerkennung fr das schne Dorfbild. Pltzlich frgt uns der Erzhler ob wir ihn berhaupt verstehen. Auf unser Kopfnicken gibt er dann aber eine kleine Kostprobe des alten, urchigen Dialektes zum Besten. Da verstehen wir nur noch "Bahnhof", es tnt fast wie das "Totemgerli" von Franz Hohler. Die interessanten Ausfhrungen auf unserem Rundgang beziehen sich u.a. auf das Tellenhaus mit den ltesten Tellfresken der Schweiz. Diese stammen aus der Zeit der Reformation 1578 und wurden zur Begrssung einer Innerschweizer Delegation aufgemalt. Sie zeigen den Apfelschuss, den Rtlischwur und den Fall Gesslers. Jetzt trifft auch noch eine zweite Reisefhrerin ein, die die Hlfte unserer Gruppe in Empfang nimmt. In der nhe des Tellenhauses steht das einzige Steinhaus von Ernen, das Rathaus mit Gefngnis und Folterkammer, von aussen gut erkennbar, da es Fenster aufweist mit vergitterten Augen, wie es unser Fhrer benennt. Im obersten Stock sind alte Schriftstcke ausgestellt. Auf dem Dorfplatz steht auch das Denkmal zu Ehren von Kardinal Schiner. Der in Sion ungefhr im Jahre 1465 (das genaue Datum sei nicht bekannt), geborene Mathus Schiner war 1496 Kaplan und Pfarrer in Ernen bis er zum Bischof von Sitten ernannt wurde. Im Jahre 1511 erhielt er die Kardinalswrde. Ein grosses Augenmerk richten wir nun auf die Kirche in Ernen. Sie ist dem hl. Georg geweiht und wurde in den Jahren 1510-1518 erbaut. Die Grundmauern stammen von einer romanischen Pfeilerbasilika aus dem 11. Jahrhundert. Inzwischen hat die Kirche, im gotischen Stil, zweimal eine umfassende Renovation erfahren. Das Innere der Kirche fllt auf durch die schnen Altre, reichverziert mit kostbaren Heiligenfiguren. Leider haben "Langfinger" sich vor geraumer Zeit gtlich gemacht und viele kostbare Kunstwerke aus der Kirche entwendet. Unser Fremdenfhrer bittet uns sogar, ein wachsames Auge zu halten, falls wir irgendwo auf solche Kunstwerke stossen wrden. Wir knnen auch noch den recht grossen Kirchenschatz in einer Art Krypta bestaunen. An der Aussenseite der Kirche liegt ein Teil der Turmspitze, ca. 13 m lang, die durch Blitzschlag abgetrennt wurde. Die kostbare Turmuhr zeigt nicht nur die Uhrzeit an, sondern auch die Mondphasen, was in den frheren Jahren den Bauern und auch Hausfrauen sehr dienlich war. Noch allerhand komische, lustige und merkwrdige Begebenheiten bekommen wir zu hren. Er htte noch mehr auf Lager, sagt er. Die Zeit dafr ist aber leider abgelaufen, da uns Pia auf der Orgelempore erwartet zum Einsingen. Fritz hat sich schon eingespielt auf der ca. 300 Jahre alten einmanualigen Orgel. Der Platz fr unsern "grossen" Chor ist eng bemessen, funktioniert aber tadellos. Der schwarze Pfarrer aus Nigeria hlt die Messe und wird untersttzt von unserem Pfarreileiter Erich Hausheer. Wir singen die deutsche Messe von Fh, die wunderbar klingt in der doch relativ kleinen Kirche. Leider verstehen wir den Priester, trotz deutscher Sprache, rein nichts. Das Gottesdiensterlebnis aber ist dennoch sehr nachhaltig. Etwas Mdigkeit in den Beinen vom langen Stehen, auch whrend dem Gottesdienst, macht sich bemerkbar. Gerne lassen wir uns nun im Hotel Alpenblick nieder. Im hbsch gedeckten Speisesaal drfen wir uns erlaben an einem feinen Nachtmahl mit Dessert. Es wird geplaudert und gelacht in einer frohen und ungezwungenen Atmosphre. Kaum merken wir, dass es schon 22.00h ist und Otto Zemp dringend seine letzte Fahrt zurck nach Fiesch antreten muss. Wir verabschieden uns von Diego und Barbara, die zum Abendessen unsere Gste waren. Sorgfltig kurvt uns unser Driver hinunter nach Fiesch. In der "Schmitten" gnnt sich noch mnniglich ein Schlummertrunk. Alle, die in der "Schmitten" ihre Unterkunft haben, stehen unter der "Fuchtel" von Petra, welche eine rechtzeitige Bettruhe mit Nachkontrolle befielt! Wie streng Petra ihre Androhungen wahr macht, bleibt der Schreiberin unbekannt.

Sonntag 30.8.2009: Ein Prachtsmorgen strahlt uns entgegen und macht das Aufstehen zum Kinderspiel. Zwischen 8.00h und 9.00h trudeln alle nach und nach ein und erlaben sich am reich gedeckten Frhstcksbuffet. Die Zimmer sind gerumt, der Schlssel bei der Rezeption abgegeben und die Kfferchen stehen zum Verlad bereit. Auch die Gste von der "Schmitten" machen allesamt frohe Gesichter. Offenbar war Petra eine milde Aufseherin! Pnktlich um 09.45h starten wir wieder in Richtung Binntal. Dieses mal lassen wir Ernen links liegen und fahren hoch bis Binn. Diese Strasse ist noch enger als der untere Teil und verlangt vom Chauffeur hchstes Knnen und volle Konzentration. Ja wirklich, der Bus drfte keine paar Zentimeter breiter sein, wre ein Durchkommen an manchen Stellen unmglich. Wir Passagiere haben das vollste Vertrauen zu Otto Zemp und knnen ungehemmt die prchtige Landschaft geniessen. Im Dorf Binn ffnet sich wieder ein hnliches Bild wie in Ernen: Blumen und Blumen wohin das Auge reicht. Binn selber zhlt bloss ca. 140 Einwohner, liegt auf 1400 m .M. und lebt sehr vom Tourismus. Schon frh wurde das Binntal zu einer wichtigen Verbindungslinie zwischen dem Oberwallis und Italien. Dieser Saumpfad hatte eine grosse Bedeutung fr die handeltreibenden Oberwalliser bis zum Bau der Simplonstrasse. Am Dorfende von Binn verlassen wir den Car und auch einige SngerInnen, die im Dorf bleiben und nur kurze Spaziergnge auf dem Plan haben. Der Hauptharst marschiert zur Feuerstelle der "Schweizer Familie". Hier gibt es erneut eine Abspaltung. Ein grosser Trupp nimmt den Bergweg auf der linken Seite des Tales in Angriff bis zum Weiler Imfeld, was ca Std. Zeit beansprucht. Rita Bachmann und sein "Eselchen Walter" haben zu unserer grossen berraschung einen reichhaltigen Apro hinaufgeschleppt. Es werden uns Weisswein, Eistee, Mineralwasser, Sbrienz, Specktranchen, Trockenfleisch, Salami, Chips, Cherrytomaten undundund aufgetischt. Eine echte berraschung, die ein ganz dickes Dankeschn verdient. Jetzt gibts erneut eine Abspaltung der ganz tchtigen Wanderer. Diese Gruppe sticht steil hinauf zum Gupf mit dem Kreuz und die andere Gruppe besichtigt noch schnell die hbsche Kapelle, die zum Weiler gehrt. Bei der Wegverzweigung beim Restaurant Imfeld wird die letzte Gruppe nochmals getrennt. 11 marschtchtige nehmen den steileren Weg, teilweise durch den Wald, unter die Fsse und steigen dann den eigentlichen Waldpfad wieder hinunter, was ein ziemlich happiges Stck darstellt. Die andere Gruppe nimmt den flacheren Wegteil in Angriff. Am Schluss sind wieder alle vereint bei der Feuerstelle, jedes und jeder mit seiner Leistung mehr als zufrieden. Um 15.45h erwartet uns Otto Zemp wieder bei der schnen Brcke im Dorf Binn und behutsam fhrt er wieder runter ins Tal, durchs Goms hinauf bis Oberwald, die Furkastrasse bis Gletsch, vorbei am Hotel Bellevedre zur Passhhe bis Tiefenbach. Im Restaurant Tiefenbach wartet schon wieder ein gedeckter Tisch auf uns. Eine reichhaltige Fleischplatte drfen wir zu Gemhte fhren. Um 18.00h ruft Klaus wieder zum Aufbruch. Jetzt gehts nur noch hinunter, manch einer oder einem fallen auch die Augendeckel kurzfristig runter, was nicht zu verargen ist. Die meisten Passagiere geniessen jedoch die wunderschne, schon recht herbstliche Landschaft, die satten Farben der Alpweiden, das weidende Vieh, die friedlich daliegenden Schafe, einfach dies und das worber wir uns freuen drfen. Der Verkehr auf der Autobahn schlussendlich erweist sich entgegen den Vorhersagen als recht angenehm. In Altdorf drfen Pia und Simon ihre beiden frisch gealpten Buben wieder in Empfang nehmen. Und so erreichen wir, mit Untersttzung von Rckenwind und Heimweh, wohlbehalten unser Dorf Rain. Es ist punkt 20.00h.

Ein bombenmssiger Ausflug ist schon zu Geschichte geworden. An dieser Stelle mchte ich Silvia und Klaus den herzlichsten Dank aussprechen fr die gute Idee, ins Binntal zu fahren und natrlich fr die tadellose und gut vorbereitete Organisation (samt Wetter).Ein herzliches Dankeschn gehrt auch Rita und Walter Bachmann, den vielen andern Helfern im Hintergrund, dem Carchauffeur Otto Zemp fr die serise Fahrweise und allen Kameradinnen und Kameraden fr die ungezwungene, gute und freundschaftliche Atmosphre, die stets geherrscht hat. Es freuen sich alle schon jetzt auf den nchsten Ausflug.

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